Gewürze der Indischen Küche und ihre Eigenschaften

Von Sarah Tanveer, geschrieben am 13. Mai 2018

Indisch Kochen heißt vor allem in Gefühl für Wür­ze haben. Die Viel­falt, die Kom­bi­na­tio­nen und die Anwen­dung von Gewür­zen sind die wich­tigs­ten Merk­ma­le, die die indi­sche Küche von jeder ande­ren der Welt unter­schei­det. Das Ver­hält­nis und die Aus­ge­wo­gen­heit der Gewür­ze zuein­an­der ist von gro­ßer Bedeu­tung. Sehr oft sind es eine Viel­zahl von Gewür­zen, die in einem Rezept ver­wen­det wer­den. Zum Bei­spiel: Kori­an­der und Kreuz­küm­mel­kör­ner, Zimt und Nel­ken, schwar­zer Pfef­fer, Kar­da­mon, Ing­wer, rote Chi­lis, Knob­lauch und Zwie­beln. Die­se Viel­zahl von Gewür­zen an einem Gericht ist kei­ne Über­wür­zung, wie man anneh­men könn­te. Die Koch­kunst besteht dar­in, die Gewür­ze wohl über­legt zu mischen und sie fein zu dosie­ren. Die Palet­te indi­scher Gewür­ze ist lang. Wir möch­ten Ihnen hier eine Aus­wahl – ohne Anspruch auf Voll­stän­dig­keit – vor­stel­len:

Anis

AnisAnis ist eine ein­jäh­ri­ge, bis 50 cm hoch wach­sen­de Pflan­ze mit varia­bel aus­se­hen­den Blät­tern. Der Geschmack von Anis ist sehr aro­ma­tisch und süß­lich.

Es wirkt gegen: Blä­hun­gen, Magen-Darm-Beschwer­den, Hus­ten, wirkt schleim­lö­send und Ver­dau­ungs­för­dernd.

Bockshornklee

Bockshornklee

Bocks­horn­klee ist ein ein­jäh­ri­ges, bis zu 60 cm hohes Kraut. Die Blät­ter sind gesti­elt und drei­zäh­lig gefie­dert. In den Blatt­ach­seln sit­zen unschein­ba­re Blü­ten, wel­che oben blass­gelb und am Grun­de hell­vio­lett sind. Bocks­horn­sa­men ver­brei­ten einen kräf­ti­gen, aro­ma­ti­schen Geruch. Die Samen schme­cken schwach bit­ter, beim Zer­kau­en füh­len sie sich im Mund schlei­mig an.

Es wirkt gegen: Geschwü­re, Haar­aus­fall, Stoff­wech­sel­stö­run­gen und wirkt appe­tit­an­re­gend.

Chilis

Chilis

Chi­lis gehö­ren zur Fami­lie der Papri­ka und sind meis­tens ein­jäh­rig. An den Ver­zwei­gun­gen der Pflan­ze wach­sen hän­gen­de, unschein­ba­re Blü­ten, aus denen sich die Chi­li-Früch­te ent­wi­ckeln, die meis­tens zuerst grün und dann rot wer­den.

Es wirkt bei: Fett­ver­bren­nung, hebt die Stim­mung, stärkt das Immun­sys­tem und wirkt krebs­hem­mend

Fenchel

Fenchel

Der Fen­chel ist eine zwei­jäh­ri­ge Pflan­ze. Aus dem Wur­zel­stock wächst ein bis zu zwei Meter hoher glat­ter Sten­gel, der bläu­lich und gestreift ist. Die bläu­li­chen Blät­ter sind sehr dünn, wie Fäden, und gefie­dert.
Es wirkt: anti­bak­te­ri­ell, krampf­lö­send, schleim­lö­send, anti­sep­tisch.

Ingwer

Ingwer

Ing­wer ist eine tro­pi­sche Pflan­ze, die etwa 1 m hoch wird und deren Trie­be sich aus einem ver­zweig­ten Wur­zel­stock (Rhi­zom) ent­wi­ckeln. Die Blät­ter wer­den teil­wei­se bis über 20 cm lang und sind von lan­zett­li­cher Form. Die Pflan­ze trägt rela­tiv unschein­ba­re, gel­be Blü­ten, die in einem dich­ten, zap­fen­ar­ti­gen Blü­ten­stand ste­hen Der Geschmack von Ing­wer ist, ins­be­son­de­re in fri­schem Zustand, sehr wür­zig und bren­nend scharf.
Es wirkt: hem­mend bei Blut­ge­rin­nung, Rei­se­krank­heit, Brech­reiz, Übel­keit, Durch­blu­tungs­för­dernd und lockert ver­krampf­te Mus­keln

Kardamom

Kardamom

Kar­da­mom ist eine aus­dau­ern­de krau­ti­ge Pflan­ze und erreicht in der Regel Wuchs­hö­hen von 2 bis 3 Meter, ver­ein­zelt bis 5,5 Meter. Es wird ein star­kes bewur­zel­tes Rhi­zom als Über­dau­erungs­or­gan gebil­det. Es sind vie­le lan­zett­li­che Laub­blät­ter vor­han­den.
Es wirkt gegen: Asth­ma, Blä­hun­gen, Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den und stärkt das Ner­ven­sys­tem

Koriander

Koriander

Kori­an­der ist eine etwa 60 cm hohe, unan­ge­nehm rie­chen­de, 1-jäh­ri­ge Pflan­ze, die gekerb­te Blät­ter trägt. Die Blü­ten sind weiß bis blass­ro­sa, 5-zäh­lig und in Dop­pel­dol­den ange­ord­net. Der Geruch wie auch der Geschmack von Kori­an­der sind aro­ma­tisch und wür­zig,
Es wirkt gegen: Rheu­ma und Gelenk­schmer­zen, Wür­mer und bei Völ­le­ge­fühl

Kreuzkümmel

Kreuzkümmel

Kreuz­küm­mel ist eine Pflan­ze aus der Fami­lie der Dol­den­blüt­ler. Der Name lei­tet sich aus der kreuz­för­mi­gen Blatt­stel­lung und dem Küm­mel­ähn­li­chen Aus­se­hen der Pflan­ze ab. Kreuz­küm­mel und Küm­mel sind jedoch nicht mit­ein­an­der ver­wandt und haben auch geschmack­lich kei­ne Ähn­lich­keit.

Es wirk bei: rei­nigt das Blut und unter­stützt die Nie­ren- und Leber­funk­ti­on

Kurkuma

Kurkuma

Kur­ku­ma ist eine mehr­jäh­ri­ge, tro­pi­sche Stau­de, die dem Ing­wer sehr ähnelt. Sie besitzt grund­stän­di­ge, sehr gro­ße und brei­te Blät­ter ohne Behaa­rung und mit annä­hernd par­al­lel ver­lau­fen­den Blatt­ner­ven. Die rela­tiv gro­ßen gel­ben Blü­ten mit drei Blü­ten­blät­tern ste­hen in läng­li­chen Ähren. Geschmack­lich ist die Wur­zel bit­ter und bren­nend scharf.

Es wirkt: stark ent­zün­dungs­hem­mend, anti­oxi­d­an­tiv, ent­hält viel Vit­amin B6 und wirkt krebs­hem­mend

 

Nelke

Nelke

Der Nel­ken­baum ist ein immer­grü­ner Baum, der bis zu 20 Meter hoch wer­den kann. Er hat spit­ze, eiför­mi­ge bis zu 15 cm lan­ge led­ri­ge Blät­ter. Alle Tei­le des Nel­ken­baums rie­chen stark wür­zig.

Es wirkt gegen: Zahn­schmer­zen, Ver­dau­ung­schwie­rig­kei­ten, Appe­tit­lo­sig­keit und Mund­ge­ruch

SafranSafran

Die Safran-Pflan­ze stammt aus der Fami­lie der Schwert­li­li­en­ge­wäch­se und ist eine mehr­jäh­ri­ge Kro­kus­art. Die Safran­knol­le treibt erst im Herbst und über­dau­ert den Rest des Jah­res im Boden. Aus dem Stem­pel der Blü­ten wird das Gewürz Safran gewon­nen, das bit­te-herb-scharf schmeckt und inten­siv Gelb färbt.
Es wirkt gegen: Krämp­fe, Hus­ten, Schlaf­lo­sig­keit und ner­ven­stär­kend

ZimtZimt

Der Zimt­baum ist ein bis zu 10 m hoher immer­grü­ner Baum mit dich­tem Laub, der in Kul­tur meist als Strauch gehal­ten wird. Man gewinnt die Rin­de ent­we­der von den 2-3 cm lan­gen Zwei­gen etwa 6 Jah­re alter Bäu­me oder aber von den etwa 2 Jah­re alten Wur­zel­schöss­lin­gen älte­rer Bäu­me. Zimt ver­strömt einen sehr cha­rak­te­ris­ti­schen, ange­nehm aro­ma­ti­schen Geruch. Der Geschmack von Zimt ist leicht süß, gleich­zei­tig aber auch sehr wür­zig und etwas herb.
Er hebt die Stim­mung, hemmt Bak­te­ri­en und Pil­ze, hilft bei Appe­tit­lo­sig­keit, Durch­fall und Blä­hun­gen